Montag, 29. Juli 2013

Maße im Laufe der Zeit


04/01/12 12/07/12 25/12/12 20/04/12 29/07/13
Gewicht 91.2 Kg 80.0 Kg 70.6 Kg74.5 Kg77.5 Kg
KFA ~ 29 %~ 22 %~ 16 %~ 17 %~ 17 %
Schultern 121 cm117 cm112.5 cm114 cm117 cm
Unterarm 31.5 / 30.5 cm29.5 / 28.5 cm28 / 27 cm28 cm29 cm
Oberarm 37 / 35 cm36 / 32.5 cm33.5 cm34.5 cm34.5 cm
Brust 107 cm100 cm92 cm94 cm97.5 cm
Taille 96 cm87 cm79 cm82 cm83.5 cm
Bauch 102 cm95 cm86 cm90 cm91.5 cm
Hüfte 107 cm100 cm89 cm96 cm93.5 cm
Oberschenkel 64 / 62 cm60 / 55 cm54 cm55 cm55.5 cm
Waden 40 / 41 cm38.5 / 40.25 cm37.5 / 38.6 cm38 cm38.5 / 39 cm
Hals 41 cm39 cm38 cm40 cm38.50 cm
Handgelenk 17.5 cm17.5 cm17.5 cm17.5 cm17.5 cm
Tagesform TagesverlaufPumpnüchternPumpTagesverlauf

Dienstag, 25. Dezember 2012

offizielles Diätende

Heute 70,8 Kg erreicht und damit <71 und offizielles Diätende.

Maße
04.01.12 (im Laufe des Tages) / 12.07.12 (mit Pump) / 25.12.12 (morgens, nüchtern)
Hals: 41/ 39 cm / 38 cm -3 cm
Schultern: 121 / 117 cm / 112,5 cm -8,5 cm
Unterarm: 31,5 cm | 30,5 cm / 29,50 cm / 28,50 cm / 28 cm | 27 cm -3,5 cm | -2,5 cm
Oberarm: 36 cm | 37 cm / 35 cm | 36 cm / 32,5 cm | 33,5 cm -3,5 cm | -3,5 cm
Brust: 107 cm / 100 cm / 92 cm -15 cm
Taille: 96 cm / 87 cm / 79 cm -17 cm
Bauch: 102 cm / 95 cm / 86 cm -16 cm
Hüfte: 107 cm / 100 cm / 89 cm -18 cm
Oberschenkel:l 65 cm | 64 cm / 62 cm | r 60 cm / 55 cm | 54 cm -10 cm| -10 cm
Waden: 42 cm | 41 cm / 40 cm | 40,25 cm / 38,5 cm | 37,5 cm -3,5 cm | - 3,5 cm
Handgelenk: 17,50 cm

Plan: Kcal bis zum 15.01.13 auf 2300 steigern. Schauen ob zu viel, oder zu wenig. Gegebenenfalls anpassen.
Ab 06.01.13 werde ich Carb Back Loading probieren. Glaube nicht, dass ich es schaffe den KFA einigermaßen zu halten, wenn ich mit Kcal Plus 5 Kh-Mahlzeiten am Tag esse und es klingt vielversprechend.

Sauber und gesund aufbauen. Und wenn ich Bock habe, dann auch mal ein Schummeltag, wenn's sich in Grenzen hält.

CBL (PreWorkout max. 30g Kh):
Aufstehen - wenn möglich 4 h nichts essen.
Mittag: LowCarb
Nachmittag: Low Carb Snack
- Training -
Instant: Shake mit Dextrose
PWO: 1-2 h Reinhauen (Hoher Glyx, high Carb, moderat Fett, gut Protein)
Zw. 20/22 Uhr mit Essen aufhören.

An Trainingsfreien Tagen einfach 30-50 g Kh.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

persönlicher Jahresrückblick 2012

Beste Filme 2012:
1. Hobbit
2. Cloud Atlas
3. Avengers
4. Prometheus
5. Cabin in the Woods
6. Frau in Schwarz

Beste Musik 2012:
1. Mgla - WHTN
2. Hobbit OST

Beste Neuentdeckung:
One Tail, One Head

Beste Serie:
Fringe, American Horror Story

Bestes Spiel: 
League of Legends

Bestes Essen 2012:
Schnitzelculture während der EM.

bestes Internetfundstück:
Moviepilot

Beste Zeitschrift 2012:
Geek! (Ehemals Screenview)

Meist gehört 2012:
Mgla, Blaze of Perdition, Lykke Li, Azaghal, Kriegsmaschine, 2 Steps Form Hell, Hans Zimmer, Howard Shore, Pest, Antaeus, Maximum the Hormones, Massemord, One Tail One Head, Necros Christos, GirDeMo.

Anschaffung des Jahres:
Nexus 7

Bester Ausflug 2012:
1. Buchmesse Leipzig
2. Lange Nacht der Wissenschaften

Erkenntnis des Jahres:
Einige Dinge, die in Wirklichkeit Gewöhnung sind, wirken solange man daran gewöhnt ist, so als wären sie unveränderlich. Aber, wer hätte es gedacht, sie sind es.

3 Pläne für 2013:
1. Sauberer und guter Muskelaufbau ohne Fett zu werden.
2. Studium erfolgreich fortführen.
3. An mir selbst in jedem Belang arbeiten und Kreativität weiter praktisch umsetzen.

Sonstiges:
- Studiengangwechsel ... wieder mal.
- 20 Kilo abgenommen (1 Jahr Dauerdiät). Ernährung prinzipiell umgestellt.
- ... demzufolge rein trainingstechnisch keine Fortschritte gemacht.
- Begonnen regelmäßig zu schwimmen.
- Patellaluxation mehr oder weniger kuriert. Eher weniger.
- Das erste mal, seit 5 Jahren, etwas Anderes, als ein Bandshirt getragen. Blanko schwarz.

Sonntag, 9. September 2012

Das Zeitreisenparadoxon

... besagt nicht, dass Zeitreisen nicht möglich sein.

Es besagt: Dinge die geschehen sind, können nicht ungeschehen gemacht werden. Und umgekehrt.

Wenn a = x(b) und b = x(-a), dann schliessen sich b und -a aus.

Soll heißen: Wenn Ereignis 1 (a) die Ursache (x) von b (dem Wille Ereignis 1 ungeschehen zu machen ist), und das ist es, dann ist Ereignis 2 (die Entscheidung die Zeitreise zu tun die die Ursache (a) von (b) ungeschehen zu machen) auch gleich die Ursache (x) von nicht vorhandenem Ereignis 1 (-a).

Aber das Problem ist "Es ist ja bereits geschehen!"

Wenn ich die Entscheidung treffe Ereignis 1 zu verhindern, dass Ereignis 2 verursacht hat, dann verschwindet Ereignis 2 und ich habe niemals den Wunsch gehabt Ereignis 1 zu verhindern.

Die Tatsache, dass aber Ereignis 1 zu Ereignis 2 geführt hat zeigt, dass man Ereignis 1 nicht in der Vergangenheit verhindert hat, denn "Es ist ja schon passiert!". Wäre es nicht passiert, wüsste man aber wiederum nicht, dass man die Ereigniskette ausradiert hat, denn hätte man es, wüsste man nichts davon.

Man sieht also: Geschehene Dinge durch Zeitreisen ungeschehen zu machen ist logisch nicht möglich.

Umgekehrt sieht die Sache exakt gleich aus:
Wünscht man sich aufgrund des Gedankens "Ach hätte ich nur X getan!", dass X passiert wäre, lässt es in der Vergangenheit geschehen, so hatte man nie den Wunsch X in der Vergangenheit geschehen zu lassen.

Man sieht also: Zeitreisen, in denen man aktiv in das Geschehen der Zeit eingreift sind nicht möglich, da sie immer den Grund der Zeitreise ungeschehen machen würden, wodurch sie niemals geschehen würde.
Als stiller Beobachter wäre es unter bestimmten Bedingungen vorstellen ... aber so: Was geschehen ist, ist geschehen. Man kann die Zeit nicht betrügen.


... mir war langweilig auf dem Heimweg vom Studio. x3

Dienstag, 24. Juli 2012

Aristoteles, der Antidemokrat & der Kontraktualismus

„Die politische Philosophie der Neuzeit ist in ihren historischen und systematischen Anfängen eine Philosophie der Herrschaftslegitimation. Sie ist darum radikaler als der politische Aristotelismus, der nur die Qualitätsdifferenzen zwischen Herr-schaftsraten zu begründen versuchte, nicht jedoch nach der Legitimität politischer Herrschaft über-haupt fragte.“
- Wolfgang Kersting 

Nach Aristoteles gibt es 6 mögliche Herrschaftsformen in einem politischen System. Hiervon dienen 3 den Herrschenden und 3 dem Volk.

Und ihr werdet lachen: Die Demokratie dient, trotz ihres Namens, den Herrschenden!

Ordungskriterium: Einer
Positiv: Monarchie
Negativ: Tyrannis

Ordungskriterium: Einige
Positiv: Aristokratie
Negativ: Oligarchie

Ordungskriterium: Alle
Positiv: Politie
Negativ: Demokratie

Demokratie ist in dem Fall die Form, bei der eben nicht alle Menschen des Volkes herrschen, sondern nur Vertreter dieser Bürger oder wenn es eine direkte Demokratie ist, so wäre immer noch eine Machtungleichheit unter den Bürgern vorhanden, abhängig von Status. Mitteln etc.
Die Politie stellt sich Platon als Staatsform vor, in denen eine Art selbstregulierendes System von Armen und Reichen, mächtigen und machtlosen, Dummen und Klugen sich automatisch ausgleicht.
In der Realität kann er sich dies allerdings schwer vorstellen, weshalb die Staatsform des Ordnungskriteriums Alle für ihn als die Ungeeignetste scheint.

Also bleibt die Herrschaft 1 oder weniger Personen zur Debatte stehen - die Grundfragen hierbei sind, somit: Wie kann Herrschaft legitimiert werden? Wann ist eine Herrschaft gut? Und wann ist Herrschaft besser, als die Freiheit fernab von ihr?


„Der Kern des philosophischen Kontraktualismus ist die Idee der Autoritäts- und Herrschaftslegitima-tion durch freiwillige Selbstbeschränkung aus eige-nem Interesse unter der Rationalitätsbedingung einer strikten Wechselseitigkeit.“
- Wolfgang Kersting
Durch den Vertrag (- Kontrakt) wird eine wechselseitige freiwillige Verpflichtung etabliert. Der Staat beschützt den Bürger, der Bürger dient im Gegenzug dem Staat.


„Freiwillige Verpflichtungen sind nicht normbe-gründet, sondern normbegründend; sie sind nicht geltungslogisch in externen generellen Normen verankert, sondern erweisen sich umgekehrt als interner Geltungsgrund individueller Normen.“
- W. K. 
In dem Moment wo man sich diesem Vertrag einverstanden erklärt, entscheidet man also über die Normen und über die Verpflichtungen im Staat. In diesen freiwilligen Verpflichtungen (Ich möchte Geld bezahlen, damit es Menschen gut geht, die in einer schlechten Lage sind. Ich möchte Geld bezahlen, damit die Polizei sich um meine Sicherheit sorgt.) manifestiert sich die Freiheit des Individuums.
 „als legitimiert, begründet, gerechtfertigt kann X […] immer dann gelten, wenn X auf argumentativ einsichtige Weise als Ergebnis eines Vertrages entwickelt werden kann, auf den sich die Beteiligten unter bestimmten wohldefinierten und allge-mein akzeptierten Bedin-gungen einigen könnten.“ Voraussetzungen- W. K.  
Der Kontraktualismus, also die Philosophie über den Gesellschaftsvertrag wird also von Vielen  unter verschiedenen Voraussetzungen behandelt:

Für Thomas Hobbes ist der Gesellschaftsvertrag das, was den Naturzustand (der bei ihm reine Anarchie und Krieg ist, in dem man immer um sein Leben fürchten muss), abwendet und daher größtenteils positiv konnotiert. Sein Hauptproblem ist das Sicherheitsproblem in der Gleichheit: "Niemand kann sich seiner gegenwärtigen Überlegenheit über Andere auf Dauer sicher sein."

Menschen misstrauen Anderen, fürchten um ihr Wohl und ihren Besitz und sind egoistisch. Somit ist es notwendig eine Machtinstitution zu errichten die präventiv und reaktiv vorgeht um Gewaltanwendung und den ewigen Krieg des Naturzustandes zu unterdrücken.

Indem die Menschen in den Gesellschaftsvertrag einwilligen sind von nun an Bürger und wie o.b., vollkommen souverän und erschaffen sich freiwillig ihren Frieden durch Annahme von Verpflichtungen.

Für John Locke ist der Naturzustand "ein Zustand vollkommener Freiheit, innerhalb der Grenzen des Gesetzes der Natur ihre Handlungen zu regeln und über ihren Besitz und ihre Persönlichkeit so zu verfügen, wie es ihnen am besten scheint, ohne dabei jemanden um Erlaubnis zu bitten oder vom Willen eines anderen abhängig zu sein. Es ist darüber hinaus ein Zustand der Gleichheit, in dem alle Macht und Rechtsprechung wechselseitig sind, da niemand mehr besitzt als ein anderer.“

Jedoch verneint er nicht, dass es im Naturzustand an einem unparteiischen Richter, Gesetzen und Autorität fehlt, wenn der Kriegszustand ein mal ausbricht. Es fehlt die Gewalt die die gerechten Urteile durchsetzt und ungerechte verhindert.


Aus den Defiziten des Naturzustandes leitet sich somit die Notwendigkeit einer gewaltenteiligen Organisation der Institution des Politischen ab, die nur so ihren originären Zweck, die Erhaltung von Leben, Freiheit und Besitz, erfüllen kann.

Da nach ihm jeder Mensch von Geburt an und Natur aus frei ist, so verliert er seine Freiheit auch nicht wenn er in einen Gesellschaftsvertrag einwilligt und sich einer Obrigkeit unterwirft, da er alles darauffolgende aus freien Stücken tut.


„Mit ihrem Eintritt in die Gesellschaft verzichten nun die Menschen zwar auf die Gleichheit, Freiheit und exekutive Gewalt des Naturzustandes, um sie in die Hände der Gesellschaft zu legen, damit die Legislative so weit darüber verfügen kann, wie es das Wohl der Gesellschaft erfordert. Doch geschieht das nur mit der Absicht jedes einzelnen, um damit sich selbst seine Freiheit und sein Eigentum besser zu erhalten“.
- John Locke 
Es gibt weiterhin ein Widerstandsrecht des Bürgers, dass ihm erlaubt, falls die Legislative Ungerechtigkeit verübt, diese zu vernichten, wodurch die Macht an das Volk zurückfällt und der Naturzustand somit vorerst wieder in Kraft tritt.

Bei Jean-Jacques Rousseau sieht die Sache ähnlich Lockes Naturzustand aus, doch findet er negativere Worte für den Gesellschaftsvertrag, ob denn er ihn für notwendig hält. So ist nach seiner Auffassung die gesellschaftliche Struktur das Übel allen Negativen, dass einen Menschen ausmacht, da dieser im Naturzustand grundsätzlich gut sei. Jedoch, sieht er den Menschen ohne Gesellschaft als nicht überlebensfähig an:


„Ich nehme an, dass die Menschen den Punkt erreicht haben, an dem die Hindernisse, die ihrem Fortbestehen im Naturzustand schaden, in ihrem Widerstand über die Kräfte siegen, die jeder ein-zelne aufbringt, um sich in diesem Zustand zu er-halten. Der natürliche Zustand kann dann nicht länger fortbestehen, das Menschengeschlecht würde zugrundegehen, wenn es seine Lebens-weise nicht veränderte.“
„Die Menschen […] verfügen […] zu ihrer Erhaltung über kein anderes Mittel, als durch Zusammenschluss ei-ne Summe von Kräften zu schaffen, die über jeden Wi-derstand zu siegen vermö-gen, und diese aus einem einzigen Antrieb heraus ge-meinschaftlich vereint wir-ken zu lassen.“
- J. Rousseau, Contrat Social
Für ihn stellt sich somit die Frage:
"Wie lässt sich eine Form des Zusammenschlusses finden, die mit aller gemeinsamen Kraft die Person und die Güter jedes Teilhabers verteidigt und schützt, und durch die ein jeder, der sich allen anderen anschließt, dennoch nur sich selbst gehorcht und ebenso frei bleibt wie zuvor. Das ist die grundsätzliche Schwierigkeit, für die der Gesellschaftsvertrag die Lösung bietet.“

- J. Rousseau, Contrat Social
Auf seine Freiheit zu verzichten bedeutet für ihn auf sein Menschtum und seine Menschenrechte zu verzichten. Dies sei mit der menschlichen Natur unvereinbar.


„Anstatt die natürliche Gleichheit zu zerstören, setzt dieser grundlegende Vertrag im Gegenteil eine sittliche und gesetzmäßige Gleichheit an die Stelle dessen, was die Natur an dinglicher Un-gleichheit zwischen die Menschen gelegt hat und wo diese an Kräften und Begabungen ungleich sein können, werden sie durch Übereinkunft und Recht alle gleich.“
„Jeder von uns unterstellt gemeinschaftlich seine Per-son und seine ganze Kraft der höchsten Leitung des Gemeinwillens, und wir em-pfangen als Körper jedes Glied als unzertrennlichen Teil des Ganzen.“ 
 - J. Rousseau, Contrat Social
„völlige Entäußerung jedes Mitglieds mit all seinen Rechten an das Gemeinwesen als Ganzes.“
 - J. Rousseau, Contrat Social 

... führt zur Problemlösung nach Rousseau:


„gibt sich jeder, da er sich allen gibt, niemandem“
„Dieser Akt des Zusammenschlusses schafft augenblicklich anstelle der Einzelperson jedes Vertragspartners eine sitt-liche Gesamtkörperschaft, die aus ebenso vielen Gliedern besteht, wie die Versammlung Stimmen hat, und die durch ebendiesen Akt ihre Einheit, ihr gemeinschaftliches Ich, ihr Leben und ihren Willen erhält.“ 
 - J. Rousseau, Contrat Social

Der Souverän besteht also hier aus seinen Mitgliedern, wodurch er keine Untertanen hat, sondern seine Untertanen ist.

Gehorcht man nun dem Gesetzt, gehorcht man dem Gesamtwillen, und da man einwilligte Teil des Gesamts zu sein, gehorcht man nur seinem eigenen Willen, ist ergo frei.


„Gesetze sind Akte des Ge-meinwillens.“
„Jedes Gesetz, das das Volk nicht selbst beschlossen hat, ist nichtig; es ist überhaupt kein Gesetz.“
 ... und schlussendlich:
„Gehorsam gegen das selbst-gegebene Gesetz ist Freiheit.“
„Ich nenne daher Republik jeden Staat, der von Gesetzen geleitet wird, unter welcher Verwal-tungsform er auch erscheint. Denn nur dann allein regiert das Staatsinteresse, und die öffentliche Sa-che hat ihren Wert. Jede rechtmäßige Regierung ist republikanisch.“
  - J. Rousseau, Contrat Social

Utilitarismus - und wie er als Hedonismus verstanden wurde und wird

Der Utilitarismus (lat. utilitas, Nutzen, Vorteil, engl. Utility, Nützlichkeit ) ist eine normative Form der teleologischen Ethik, die in verschiedenen Varianten auftritt. Neben der Ethik ist er auch in der Sozialphilosophie und den Wirtschaftswissenschaften von Bedeutung.
Grundlage für die ethische Bewertung einer Handlung ist das Nützlichkeitsprinzip, die utilitaristische Grundformel und Maxime: "Diejenige Handlung bzw. Handlungsregel (Norm) ist im sittlichen bzw. moralischen Sinne gut bzw. richtig, deren Folgen für das Wohlergehen aller von der Handlung Betroffenen optimal sind." 

Jeremy Bentham und John Mill Senior: hedonistischer Utilitarismus
Bedeutet: Mehr Glück / Freude / Lust ist das ausschlaggebende Argument für eine Handlung. Diese wird mit Leid / Unlust aufgewogen und die Handlungsalternative mit der größten Freude genommen. Glück = Nutzen.

John Mill Junior: ideeller Utilitarismus
Bedeutet:
  Tugendhaftigkeit und Gerechtigkeit müssen beachtet werden. Nur weil etwas viel Glück, Freude oder Lust verschafft ist es nicht automatisch gut. Lust muss nach Qualität und Quantität unterschieden werden.

Er nennt den hedonistischen Utilitarismus daher auch "pig philosophy", da man hierbei nichts tut, was den Menschen ausmacht, sondern nur nach einem animalischen Lustprinzip handelt.

George E. Moore: idealer Utilitarismus
Bedeutet: Auch fernab von angenehmen "Guten" gibt es Zustände, die intrinsisch wertvoll sind.

John Mackie: Handlungs- oder Aktutilitarismus
Bedeutet: Maximales Glück für maximale Anzahl von Menschen. Der Einzelne ist nicht ausschlaggebend. Die totale Glücklichkeit ist wichtiger, als die Durchschnittsglücklichkeit. D.h. die Verteilung des Glücks ist irrelevant, solange die Gesamtmenge am höchsten ist.

Natürlich stellt sich die Frage ob es überhaupt möglich ist a.) das Glück von allen Beteiligten und Verbindungen zu bedenken und b.) sie in eine objektive Relation zu setzen.

Peter Singer: Präferenzutilitarismus
Bedeutet: Nach dem Präferenz-Utilitarismus ist eine Handlung, die der Präferenz irgendeines Wesens entge-gensteht, ohne daß diese Präferenz durch entgegen-gesetzte Präferenzen aus-geglichen wird, moralisch falsch. Dabei steht die Frage offen, ob alle Präferenzen gleicher moralischer Bedeutung sind.


Mittwoch, 18. Juli 2012

Libertas Inmensus Nili


Die große Freiheit des Nichts.

"Ich weiß, dass ich nichts weiß." ist der Satz der den Grundsatz des Nihilismus ausdrückt.

Verneinen wir eine objektive Wahrheit? - Ja!
Verneinen wir, dass es gut und böse gibt? - Ja!
Verneinen wir, dass es richtig und falsch gibt? - Ja!
Verneinen wir, dass es einen Sinn hinter dem Leben gibt? - Ja!
Sagen wir: Bring dich um, alles ist sinnlos und daher egal! - Nein! Auf keinen Fall.

Nur weil etwas objektiv gesehen sinnlos ist, muss (viel mehr sollte) es einem nicht egal sein.

Alles ist vom Standpunkt abhängig. Gut, Richtig, Böse, Falsch, sinnvoll, sinnlos.
Außer Logik. Die nicht, aber das ist eine andere Sache, da Logik nicht normativ (wertend, Moral einbeziehend) ist.
Ok - ändern wir das: Alles normative ist vom Standpunkt abhängig!


Ein gutes, anschauliches Beispiel bietet Star Wars: In Teil 1 - 3 sieht man die Geschichte aus Sicht des Imperiums. Das Imperium ist super. Das Imperium ist toll. Nieder mit den bösen Rebellen.
Teil 4-6 ist es umgekehrt.


Grundsätzlich ist es schon ein Problem: Da werden vermeintliche Diktatoren getötet, ohne zu fragen, ob die Menschen überhaupt wollen, dass diese wegkommen. Für die ein oder anderen ist es vielleicht nichts Gutes oder Richtiges.
Und am Ende ersetzen die "Stürzer", den Gestürzten durch etwas, was genauso schlecht oder schlechter ist.

Man kann nicht einfach umherlaufen, sagen man habe die objektive Wahrheit und keiner darf sie anzweifeln.
Das tun besonders monotheistische Religionen mit Vorliebe.

Am Ende muss man sich also für eine Seite entscheiden, sich aber gewahr bleiben, dass es keine objektive Wahrheit gibt und man nur einen Weg verfolgt.

Das soll nicht heißen: Verwirf deine Ideale und werde Anarchist oder Hedonist. Wobei das durchaus auch früher synonym genutzt wurde.
Denn im Endeffekt ist gelebter Hedonismus und Anarchismus eine Form des Nihilismus.

Aber solch plumper, primitiver Nihilismus ist es nicht wert, als philosophisches Ideensystem anerkannt zu werden. Destruktiver Nihilismus für schwache Menschen, die einen vorgegebenen Weg benötigen, um nicht in sich zu zerfallen.

Konstruktiver, existentialistischer Nihilismus ist laut Nietzsche der Weg zum Übermensch.
Wie der Mensch die Brücke zwischen Tier und Übermensch darstellt, so ist der Nihilismus der Weg zwischen Mensch und Übermensch, aber nicht das Ziel!

Nihilismus, der auf Liberalismus fußt, ist sozusagen der Weg die Fesseln zu sprengen, die einen zum Menschen machen.

Das ganze ist natürlich sehr theoretisch und schwammig, aber die Grundgedanken sollten klar sein.

Doch es gibt da noch die emotionale Seite: Wer das Gefühl hat, dass es hanebüchen klingt, dass irgendeine absonderbare Existenz einem Sinn spenden soll, denn man sich nicht aussuchen kann, oder, dass es völlig egal ist, was Fremde und das System von einem verlangen, sucht sicher - wie jeder Mensch - dennoch nach einem Anker im Leben.
Die meisten Menschen finden ihn in der Religion, die anderen in Ersatzreligionen wie dem Humanismus und anderen Ideologien, aber was ist mit denen, die - so gut ihre Seele und ihre Ziele auch sein mögen - keinen Grund oder Sinn dafür finden?

Diese werden entweder Hedonisten und machen einen auf YOLO - Hauptsache Spaß, Alles Egal! - was dem Nihilismus auch einen schlechten Ruf beschert, oder freunden sich mit dem Gedanken an, dass das Leben selbst (wie Goethe schon sagte), also die Existenz, den Sinn spendet.

Wo kein Sinn ist, da schaffen wir einen! Mit unserem Denken, Handeln und Leben.

Wünsche aus uns selbst heraus sind mehr wert, als solche, die von anderen gefordert werden.

Kommunitaristen würden nun sagen:
"Aber, aber: Ein individualisiertes Gesellschaftssystem, in dem sich jeder jeden Tag auf's Neue entscheiden muss und die Wahl hat und sogar den Zwang hat das System und seine Wahlen zu hinterfragen, ist unglaublich instabil! Sowas kann nicht funktionieren!".

Denen sei gesagt: Ein Nihilist strebt auch etwas an, dass jenseits eines Gesellschaftssystems liegt. Gesellschaftssysteme sind menschlich. Der Nihilist strebt etwas Besseres, als den heutigen Menschen, an.

Und gerade Kommunitarismus der nur aus Kritik am Liberalismus besteht, ohne irgendeinen Gegenentwurf zu bieten, ist eh eher weniger ernst zu nehmen.

Nichtsdestotrotz kann man die Hoffnung ab und an mal verlieren, dass es überhaupt möglich ist, dass mehr als 0,0001% der Menschen sich einem solchen Weg zu wenden. Und sie so verdammt sind, auf ewig geleitet und regiert zu werden.

Dennoch bleibt man bei seinen Idealen. Denn Nihilismus ist nichts. Keine Regel. Kein Gesetz. Es ist der Versuch gedanklicher Freiheit. Autarkie gegenüber der Welt. Stetig Fesseln sprengen und neue Wege finden. Nichts als objektive Wahrheit anzuerkennen. Denn nichts hat Beständigkeit, außer dem Nichts.